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radikaldemokratisch | parteiunabhängig | emanzipatorisch |
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I.
Jungdemokraten/Junge Linke –
Jungdemokraten/Junge Linke (JD/JL) verstehen sich als Selbstorganisation von Jugendlichen. Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir unsere Interessen selbst in die Hand nehmen und damit der Entmündigung, die Jugendliche tagtäglich in dieser Gesellschaft erleben, entgegentreten. JD/JL sind ein parteiunabhängiger politischer Jugendverband mit radikaldemokratischem und emanzipatorischem Selbstverständnis. JD/JL setzen sich ein für die Emanzipation des Einzelnen und für gesellschaftliche Verhältnisse, die Selbstbestimmung umfassend ermöglichen. Ziel emanzipatorischer Politik ist die Sicherung und Erweiterung der Freiheit der größtmöglichen Zahl der Mitglieder einer Gesellschaft. Soll Freiheit nicht nur auf dem Papier stehen, müssen auch die materiellen Voraussetzungen vorhanden sein, Freiheiten zu nutzen und denkbare Alternativen selbst zu gestalten. Deshalb treten JD/JL für die Schaffung gesellschaftlicher Verhältnisse ein, die auch in sozialer und ökonomischer Hinsicht demokratische Partizipation und das Wahrnehmen individueller Rechte tatsächlich ermöglichen. JD/JL setzen
sich für die Demokratisierung aller Lebensbereiche ein und treten
ein für den gesellschaftlichen Abbau von Herrschafts- und Machtverhältnissen.
Weil in unserer Gesellschaft entscheidende gesellschaftliche Bereiche demokratischer
Kontrolle entzogen sind (wie z.B. die Wirtschaft) bzw. autoritär organisiert
sind (wie z.B. Schule oder Polizei), kritisieren JD/JL den undemokratischen
Charakter dieser Gesellschaft und treten für ihre Veränderung
ein.
Die Überwindung undemokratischer Herrschafts- und Machtverhältnisse kann nach Meinung der JD/JL nur demokratisch erfolgen; der Versuch der Umgestaltung der Gesellschaft durch einen von einer Minderheit getragen gewaltsamen Umsturz lehnen wir ab. JD/JL huldigen nicht dogmatisch einer bestimmten Theorie, sondern bemühen sich um einen pluralen theoretischen Lernprozess, der Gesichtspunkte des fortschrittlichen Liberalismus, des radikaldemokratischen und des undogmatisch-sozialistischen Denkens gleichermaßen einbezieht. Damit stellen sich Jungdemokraten/Junge Linke in die Tradition des europäischen Humanismus der Aufklärung. II.
Jungdemokraten/Junge Linke –
In ihrer heutigen Form sind die JD/JL entstanden aus der Vereinigung der Jungdemokraten (JD) in Westdeutschland und der Marxistischen Jugendvereinigung „Junge Linke“ (MJV) in der ehemaligen DDR. Die MJV entstand im März 1990 aus verschiedenen linken Jugendgruppen, die sich seit Herbst 1989 in der ganzen DDR gegründet hatten. Nach dem sich herausstellte, dass die DDR-Staatsjugend, die Freie Deutsche Jugend (FDJ) nicht zu reformieren sein würde, schlossen wir uns zu einer parteiunabhängigen Jugendorganisation zusammen. Als Teil der Basisbewegung in der DDR waren wir an allen relevanten Ereignissen und Institutionen der Wende in der DDR beteiligt. So saßen wir an Runden Tischen, demonstrierten, diskutierten und kandidierten als Teil der Alternativen Jugendpartei für die Volkskammerwahl am 18. März 1990, bei der wir den Einzug mit einem Abgeordneten nur knapp verfehlten. Die Jungdemokraten
haben sich erstmals 1919 gegründet. Zwischen 1933 und 1945 waren sie,
wie andere demokratische Organisationen auch, aufgelöst. Einzelpersonen
leisteten Widerstand, flohen ins Ausland oder arrangierten sich mit den
Nazis.
MJV und JD vereinigten sich 1992 zum bundesweit größten parteiunabhängigen & radikaldemokratischen Jugendverband. III.
Jungdemokraten/Junge Linke –
JD/JL sehen – im Gegensatz zur herrschenden Ideologie – keine Möglichkeit, allein über Parlamente und Parteien tief greifende demokratische Veränderungen zu bewirken. Parlamente sind nach Ansicht der JD/JL zwar demokratische Errungenschaften, deren Rechte es auszubauen und zu verteidigen gilt, doch ist ihr tatsächlicher Einfluss begrenzt. Wir gehen davon aus, dass sich innerhalb der Parlamente und den staatlichen Apparaten nur auf der Grundlage außerparlamentarischen Drucks etwas verändert. Deshalb legen wir den Schwerpunkt unser Tätigkeit auf politische Aktivitäten im außerparlamentarischen Bereich, auf die Arbeit mit und in außerparlamentarischen sozialen Bewegungen. IV. Einige Arbeitsfelder radikaldemokratischer Politik JD/JL verstehen sich als der linke Flügel der Menschenrechts- und Bürgerrechtsbewegung, als gesellschaftskritische, antikapitalistische Kraft in der Ökologie und Anti-Atom-Bewegung, als antimilitaristische, antinationalistische und menschenrechtsorientierte Kraft in der Friedensbewegung. In der Antirassismus-Bewegung betonen wir die besondere Rolle etablierter politischer Kräfte und staatlicher Akteure für die Schaffung von Ausländerfeindlichkeit und Pogromstimmung. Dabei treten wir für eine generelle Kritik der Praxis gesellschaftlicher Ausschließung ein. Konkret arbeiten wir unter anderem zu folgenden Themenfeldern:
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