jungdemokraten/junge linke  in Baden-Württemberg

radikaldemokratisch | parteiunabhängig | emanzipatorisch

 
 
 
Wer wir sind und was wir wollen

I. Jungdemokraten/Junge Linke – 
der radikaldemokratische & emanzipatorische Jugendverband

Jungdemokraten/Junge Linke (JD/JL) verstehen sich als Selbstorganisation von Jugendlichen. Wenn wir etwas bewegen wollen, müssen wir unsere Interessen selbst in die Hand nehmen und damit der Entmündigung, die Jugendliche tagtäglich in dieser Gesellschaft erleben, entgegentreten.

JD/JL sind ein parteiunabhängiger politischer Jugendverband mit radikaldemokratischem und emanzipatorischem Selbstverständnis. JD/JL setzen sich ein für die Emanzipation des Einzelnen und für gesellschaftliche Verhältnisse, die Selbstbestimmung umfassend ermöglichen. Ziel emanzipatorischer Politik ist die Sicherung und Erweiterung der Freiheit der größtmöglichen Zahl der Mitglieder einer Gesellschaft. Soll Freiheit nicht nur auf dem Papier stehen, müssen auch die materiellen Voraussetzungen vorhanden sein, Freiheiten zu nutzen und denkbare Alternativen selbst zu gestalten. Deshalb treten JD/JL für die Schaffung gesellschaftlicher Verhältnisse ein, die auch in sozialer und ökonomischer Hinsicht demokratische Partizipation und das Wahrnehmen individueller Rechte tatsächlich ermöglichen.

JD/JL setzen sich für die Demokratisierung aller Lebensbereiche ein und treten ein für den gesellschaftlichen Abbau von Herrschafts- und Machtverhältnissen. Weil in unserer Gesellschaft entscheidende gesellschaftliche Bereiche demokratischer Kontrolle entzogen sind (wie z.B. die Wirtschaft) bzw. autoritär organisiert sind (wie z.B. Schule oder Polizei), kritisieren JD/JL den undemokratischen Charakter dieser Gesellschaft und treten für ihre Veränderung ein.
In unserer Gesellschaft ist vor allem das Eigentum an bzw. die Verfügungsgewalt über Produktionsmittel (Fabriken, Grundbesitz, Banken usw.) entscheidend dafür, wer Macht hat und damit die Freiheit besitzt, die Freiheit anderer einzuschränken. Gesellschaftlicher Reichtum wird von der Masse der Bevölkerung erwirtschaftet, über dessen Verwendung entscheidet jedoch eine winzige Minderheit in den Vorstandsetagen der Unternehmen. JD/JL sehen deshalb in der Überwindung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse einen notwendigen Schritt für eine umfassende Demokratisierung der Gesellschaft und treten für eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel ein. Vergesellschaftung der Produktionsmittel bedeutet deren Überführung in Gemeineigentum, um Diskussion und Entscheidungsfindung über Produktionsziele auf demokratischem Weg zu ermöglichen. 

Die Überwindung undemokratischer Herrschafts- und Machtverhältnisse kann nach Meinung der JD/JL nur demokratisch erfolgen; der Versuch der Umgestaltung der Gesellschaft durch einen von einer Minderheit getragen gewaltsamen Umsturz lehnen wir ab. 

JD/JL huldigen nicht dogmatisch einer bestimmten Theorie, sondern bemühen sich um einen pluralen theoretischen Lernprozess, der Gesichtspunkte des fortschrittlichen Liberalismus, des radikaldemokratischen und des undogmatisch-sozialistischen Denkens gleichermaßen einbezieht. Damit stellen sich Jungdemokraten/Junge Linke in die Tradition des europäischen Humanismus der Aufklärung.

II. Jungdemokraten/Junge Linke – 
ein Verband mit Geschichte

In ihrer heutigen Form sind die JD/JL entstanden aus der Vereinigung der Jungdemokraten (JD) in Westdeutschland und der Marxistischen Jugendvereinigung „Junge Linke“ (MJV) in der ehemaligen DDR.

Die MJV entstand im März 1990 aus verschiedenen linken Jugendgruppen, die sich seit Herbst 1989 in der ganzen DDR gegründet hatten. Nach dem sich herausstellte, dass die DDR-Staatsjugend, die Freie Deutsche Jugend (FDJ) nicht zu reformieren sein würde, schlossen wir uns zu einer parteiunabhängigen Jugendorganisation zusammen. Als Teil der Basisbewegung in der DDR waren wir an allen relevanten Ereignissen und Institutionen der Wende in der DDR beteiligt. So saßen wir an Runden Tischen, demonstrierten, diskutierten und kandidierten als Teil der Alternativen Jugendpartei für die Volkskammerwahl am 18. März 1990, bei der wir den Einzug mit einem Abgeordneten nur knapp verfehlten.

Die Jungdemokraten haben sich erstmals 1919 gegründet. Zwischen 1933 und 1945 waren sie, wie andere demokratische Organisationen auch, aufgelöst. Einzelpersonen leisteten Widerstand, flohen ins Ausland oder arrangierten sich mit den Nazis.
Im Jahr 1947 gründeten sich Jd als Jugendorganisation der F.D.P.. Im Zuge der Radikalisierungsprozesse über die Außerparlamentarische Opposition (APO), die auch die Jd Ende der 60er Jahre erfuhren, fanden dann auch antiautoritär-libertäre und undogmatisch-sozialistische Elemente stärkeren Eingang in Selbstverständnis und Programmatik unseres Verbandes. Als 1982 die F.D.P. zu ihren konservativ-reaktionären Ursprüngen zurückkehrte und Helmut Kohl zum Bundeskanzler wählte, zogen JD daraus die Konsequenzen und trennten sich von der F.D.P. Seitdem sind wir ein parteiunabhängiger Jugendverband.

MJV und JD vereinigten sich 1992 zum bundesweit größten parteiunabhängigen & radikaldemokratischen Jugendverband. 

III. Jungdemokraten/Junge Linke – 
der parteiunabhängige & außerparlamentarische Jugendverband

JD/JL sehen – im Gegensatz zur herrschenden Ideologie – keine Möglichkeit, allein über Parlamente und Parteien tief greifende demokratische Veränderungen zu bewirken. Parlamente sind nach Ansicht der JD/JL zwar demokratische Errungenschaften, deren Rechte es auszubauen und zu verteidigen gilt, doch ist ihr tatsächlicher Einfluss begrenzt. Wir gehen davon aus, dass sich innerhalb der Parlamente und den staatlichen Apparaten nur auf der Grundlage außerparlamentarischen Drucks etwas verändert. Deshalb legen wir den Schwerpunkt unser Tätigkeit auf politische Aktivitäten im außerparlamentarischen Bereich, auf die Arbeit mit und in außerparlamentarischen sozialen Bewegungen.

IV. Einige Arbeitsfelder radikaldemokratischer Politik

JD/JL verstehen sich als der linke Flügel der Menschenrechts- und Bürgerrechtsbewegung, als gesellschaftskritische, antikapitalistische Kraft in der Ökologie und Anti-Atom-Bewegung, als antimilitaristische, antinationalistische und menschenrechtsorientierte Kraft in der Friedensbewegung. In der Antirassismus-Bewegung betonen wir die besondere Rolle etablierter politischer Kräfte und staatlicher Akteure für die Schaffung von Ausländerfeindlichkeit und Pogromstimmung. Dabei treten wir für eine generelle Kritik der Praxis gesellschaftlicher Ausschließung ein.

Konkret arbeiten wir unter anderem zu folgenden Themenfeldern:

# Schul- und Hochschulpolitik
# Demokratie und Grundrechte
# Drogenpolitik
# Wirtschaft und Soziales
# Asyl und Flüchtlingspolitik
# Feminismus
# Antimilitarismus

 
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© 2001 Jungdemokraten/Junge Linke Baden-Württemberg | last updatet 2001-11-26 |