Termine

Das Linke Camp zur Rechten Zeit - 2014

Wo: Projekthof Wukania in Biesenthal (bei Bernau/Berlin)
Wann: Mittwoch, 30. Juli 2014 bis Montag, 4. August 2014
 

Vom 30.07. bis 04.08.2014 findet wieder das Linke Camp zur Rechten Zeit auf dem Wukania Projekthof in Biesenthal bei Berlin statt.

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JungdemokratInnen/Junge Linke
Greifswalder Straße 4
10405 Berlin
Tel. 030-4402 4864
E-Mail: info [at] jdjl [dot] org

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Postkoloniales und Critical Whiteness

Selbstdarstellung des Bundesarbeitszusammenhangs Postkoloniales und Critical Whiteness

Rassismus ist nicht nur am rechten gesellschaftlichen Rand zu finden, sondern ist im gesellschaftlichen Bewusstsein mit als selbstverständlich anerkannten Praktiken und Worten tief verankert. Koloniale Vergangenheiten und die Geschichte geopolitischer Kräfteverhältnisse spielen bei der Reproduktion von Machtgefällen zwischen dem „Wir“ und dem „Anderen bzw. Fremden“ auch im alltäglichen Leben eine entscheidende Rolle.

Zivilgesellschaftliche Akteure mahnen zu Toleranz und Akzeptanz, jedoch in einer Art und Weise, bei der eben genannte historische Kontexte oftmals unthematisiert bleiben. Unsere Kritik dagegen geht an die Wurzel und soll auch unsere eigene gesellschaftliche Position selbstreflexiv hinterfragen. Rassismus ist vielseitig. So wirkt Rassismus auch in Diskussionen, die unter dem Schleier der Kultur geführt werden. Spätestens seit 9/11 kriegen (vermeintliche) Muslime dies voll zu spüren. Anfangs unter den Generalverdacht des Terrorismus gestellt, tobt nun ein Streit um die Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört. Der Islam als Religion wird verteufelt und den (vermeintlichen) Muslimen wird unterstellt, sie seien rückschrittlich und gewaltbereit. Diese Zuschreibungen sind so manifest, dass es dabei keineswegs kulturelle Eigenheiten (was auch immer das sein soll) geht, sondern um knallharten Rassismus. Demgegenüber wird das Christentum als Hort der Aufklärung beschworen. Die Absurdität ist augenscheinlich: Religionsfreiheit als Grundrecht soll bitte nur für Christen gelten. Bei aller Kritik an Religionen stellen wir uns gegen diese Tendenzen und sagen: Gleiche Rechte für alle!

Des Weiteren finden wir überall in deutschen Städten koloniale Kontinuitäten: Straßennamen, Zoos und Museen zeugen von Großmachtphantasien. Deutschland war eine Kolonialmacht – mit Gewalt und Mord wurde der profitable Handel mit den deutschen Kolonien aufrechterhalten. Bis heute weigern sich die deutschen Museen, die geraubten Kunstschätze zurückzugeben. Mit dieser Selbstverständlichkeit sind wir fast alle aufgewachsen. Trotz der offensichtlichen Absurdität stellen wir diese Realität selten in Frage. Dabei muss man sich nur kurz vorstellen, wie abwegig es wäre, würde das Brandenburger Tor oder der Kölner Dom abgetragen und irgendwo in Kinshasa oder Dakar wieder aufgebaut werden.

Ein weiteres Beispiel für ein gesellschaftspolitisches Feld, in dem rassistische „Überlegenheitsgefühle“ in beinahe völliger Naturalisierung eingewoben sind, ist die Entwicklungshilfe. Der Entwicklungsdiskurs etikettiert sich mit den Begriffen Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit. So soll Gleichberechtigung und gemeinsame Verantwortung suggeriert werden. Tatsächlich werden im Rahmen der Entwicklungshilfe wirtschaftspolitische Interessen der EU (und damit Deutschlands) auf Kosten der lokalen Wirtschaftsentwicklung durchgesetzt. Ideologisch wird dies durch das rassistische Bild von der „Bürde des weißen Mannes“ legitimiert: Die weißen Kolonialist_innen hätten die Aufgabe, den „Fortschritt“ zu den Kolonisierten zu bringen. Koloniale Ausbeutungsverhältnisse werden so nahezu ungebrochen fortgeführt. So edel die Motivation der weißen Europäer_innen in den einzelnen Projekten der „Zusammenarbeit“ auch sein mögen: Sie stützen eine rassistische Ideologie, die die Kolonisierten nicht nur mit massiver Diskriminierung, sondern vielfach auch mit ihrem Leben bezahlen müssen.

Als Bundesarbeitskreis Postkolonialismus und Kritisches Weißsein (BAZ PoKoW) widmen wir uns der Auseinandersetzung mit den oben angeschnittenen Themen. Wichtig ist uns dabei, auch die eigene Position kritisch zu hinterfragen.

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